KLEINE ZEITUNG PODIUMSDISKUSSION
Podiumsdiskussion der Kleinen Zeitung vom 10.03.2010
BERICHT DER KLEINEN ZEITUNG VOM 12. März 2010:
Kandidaten auf dem Prüfstand: Die Kleine Zeitung lädt in steirischen Gemeinden zur spannenden Wahldiskussion.
Demokratie als Wunsch, der alle eint.
Vier Parteien, ein Ziel: In den Feldbacher Gemeinderat mögen wieder gute Umgangsformen einziehen. Die SPÖ blieb der Diskussion fern.
REGINA TRUMMER
Auf Einladung der Kleinen Zeitung fanden sich die Spitzenkandidaten der bevorstehenden Gemeinderatswahl zur Podiumsdiskussion im Gasthaus Kleinmeier in Gniebing-Weißenbach ein. Während draußen der Winter noch einmal für Kälte und Schnee sorgt, kommen Christian Ortauf (ÖVP), Bernd König (FPÖ), Arnold Hafner (die Grünen) und Mario Fößl (BZÖ) drinnen im Saal gemeinsam mit dem Publikum rasch zur Sache.
Dass Bürgermeister Kurt Deutschmann (SPÖ) der Diskussion mit der Begründung „mein Marketing sieht die Teilnahme nicht vor“ ferngeblieben ist, lässt zwar Verwunderung und Kritik laut werden, bestätigt aber nach Ansicht der Diskutanten den seit Jahren herrschenden Eindruck. Und so wird zu Beginn unisono der Wunsch laut, dass „endlich wieder Demokratie im Gemeinderat einzieht, dann können wir auch über Sachthemen zielführend reden“.
Von Helmut Steiner, Kleine-Redakteur und Moderator des Abends, nach ihren Schwerpunkten gefragt, führt Christian Ortauf die Infrastruktur der Stadt in Form von Parkplätzen und Verkehrskonzept an: „Derzeit ist unsere Wirtschaft nicht erreichbar. Wir brauchen mehr Parkplätze, die aber in eine Gesamtlösung, die eine Entlastung für Wohngebiete vorsieht, eingebettet sein müssen.“
Tote Stadt Ein besseres Angebot für Kinder und Jugendliche wünscht sich Arnold Hafner: „Feldbach ist, was Jugendkultur anbelangt, eine tote Stadt. Wir wollen gemeinsam mit der Jugend ein Konzept erarbeiten, das junge Leute in der Stadt hält.“ Für Bernd König haben Wirtschaft und Tourismus hohen Stellenwert: „Ich sehe viele leere Geschäfte und wir haben wenig, das wir unseren Gästen bieten können. Mir schwebt ein Technologiepark vor, wir müssen Arbeitsplätze schaffen und nicht Pendlerparkplätze bauen.“ Nicht unerwartet schließlich die Forderung von Mario Fößl nach einer Sicherheitswache und Kinderspielplätzen: „Nichts hat sich auf dem Platz verändert, auf dem ich vor 30 Jahren gespielt habe.“ Die Sicherheit für gewährleistet hält hingegen Grünen-Spitzenkandidat Hafner: „Laut Polizei gibt es einen Rückgang der Einbrüche, Angstmache hat nicht viel Sinn“, während FP-Vertreter König sich für den „Stadtpolizisten von einst, der mit dem Säbel durch die Stadt schritt“ sowie ein Ordnungsamt, erwärmen kann.
Lieber auf Integration und das gemeinsame Überlegen von Problemlösungen angesichts des hohen Ausländeranteils in der Stadt Feldbach setzt hingegen VP-Stadtparteichef Ortauf. Auf die Frage aus dem Publikum nach möglichen Koalitionen nach dem 21. März können sich die Grünen Gespräche mit der SPÖ dann vorstellen, wenn der Spitzenkandidat nicht mehr Kurt Deutschmann heiße, zeigt sich die FPÖ nach allen Seiten gesprächsbereit, das BZÖ dann, wenn der Bürgermeister von seinem hohen Roß heruntersteige, und will die ÖVP das Votum der Wähler abwarten.
Ganz klar hingegen formuliert Christian Ortauf der Anspruch, am 21. März Bürgermeister von Feldbach zu werden, peilen Arnold Hafner und Bernd König je ein zweites Mandat an und hofft Mario Fößl auf den Einzug ins Stadtparlament.
ZITIERT
Ich darf heute an der Diskussion teilnehmen, weil ich kein Marketing habe. Arnold Hafner, Grüne
Wenn wir die Mitzi-Tant von Schmauswaberl in den letzten 15 Jahren als Bürgermeister gehabt hätten, wäre vermutlich in der Stadt gleichviel weitergegangen. Mario Fößl, BZÖ
Ich war fünf Jahre im Feldbacher Gemeinderat und ich bin heute noch geschädigt. Kurt Schuller, Unternehmer
Ich bin absichtlich bis jetzt nicht in den Gemeinderat gegangen, sonst hätte ich mir einen Herzinfarkt geholt. Bernd König, FPÖ
Mich wundert, dass einer, der 15 Jahre Bürgermeister war, jetzt einen Zettel mit 40 Punkten ausschickt, die noch zu erledigen sind. Walter Imp, Unternehmer
Ich glaube, wenn einer nicht zu dieser Diskussion kommt, dann hat er was zu verbergen, zum Beispiel den Sparkassenverkauf. Derselbe
Ich halte es für gefährlich, mit dem Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu spielen. Herr Fößl, glauben Sie, dass Sie mit dem Gimpelfang Erfolg haben? Hans Mucha, Unternehmer
Wir stehen für Gesprächsbereitschaft, aber ich befinde mich bis zum 21. März in einer Wahlbewegung und werde mir daher heute noch nicht überlegen, wie und ob wir Opposition betreiben. Christian Ortauf, ÖVP
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